Freitag, 21. April 2017

Covergleichheit: Verschreckter Blick


Die junge Dame kam mir aus gutem Grund bekannt vor, denn sie wird öfter einmal auf Covern verwendet. Gefunden habe ich bisher nur diese beiden bei erneuter Suche, es muss jedoch noch mindestens zwei weitere geben.



Dienstag, 18. April 2017

Zero - Kadett der Sterne - Sara King

Titel: Zero - Kadett der Sterne
Autorin: Sara King
Originaltitel: The Legend of Zero - Forging Zero Book 1
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453316843
Euro: 9,99
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2016
Seiten: 656
Serie: The Legend of ZERO 01
Come in: Kauf










Inhalt

Eine große Alienmacht hat die Erde unterworfen. Widerstand ist zwecklos, wie auch der vierzehnjährige Joe Dobbs erfährt, als sein Vater im Kampf gegen die Aliens stirbt. Die fremden Wesen fordern als Tribut alle Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren; um seinen jüngeren Bruder zu schützen, geht Joe an seiner statt auf das Raumschiff. Dort erwarten sie die Ooreiki und eine absolut gnadenlose Ausbildung, bei der auch Tote in Kauf genommen werden. Durch spezielle Nahrung reifen die Körper der Kinder künstlich schnell zu denen von Erwachsenen, wenn ihre Geister auch die gleichen bleiben. Joe wird zu Zero und erfährt, dass sich mehrere Alienrassen zu einem riesigen "Kongress" zusammengeschlossen haben, der die neuen Rekruten in kriegerischen Auseinandersetzungen verheizt. Aber schon bald erfährt Zero auch von einer Prophezeiung, die das Ende des Kongresses vorhersagt. Und die ihn selbst in ihren Mittelpunkt stellt.


Meinung


Der Beginn des ersten Bandes einer mehrbändigen Reihe erinnert sehr an "Enders Spiel" und ähnliche Romane im Genre, geht aber schnell eigene Wege. Die Unterwerfung der Erde hat bereits stattgefunden, Joe und seine Familie verfolgen alles im TV. Sein Ankommen auf dem Raumschiff und seine Eingliederung zwischen die Kadetten geht zackig vor sich. Danach wird eine knallharte, den Kids alles abverlangende Grundausbildung geschildert, wer nicht mithalten kann, stirbt. Dabei müssen sich die Kadetten in kleineren Gruppen zusammenfinden, die scheinbar wahllos zusammengewürfelt wurden. Einige der Kinder sind erst fünf Jahre alt und wer keine älteren Leidensgenossen erhält, bleibt unweigerlich auf der Strecke.
Zunächst werden die Rekruten auf dem Raumschiff gedrillt, bis sie einen Planeten erreichen, der der Erde nicht gleicht und mit dem die Physiologie so manchen Menschens seine Probleme hat. Auch hier wird die Ausbildung fortgesetzt und das über einen Großteil des Buches hinweg. Erst im letzten Drittel, als es zugegeben schon ein wenig fade wird, ändert die Autorin die Richtung und verheddert sich dann doch hier und da. Mehr holprig geht es dann weiter, bis es am Ende schlicht zu zackig abläuft und eher ein klein wenig unbefriedigend ausgeht.
Zero ist der Älteste und um ihn herum wird eine kleine tapfere Gruppe Kids angelegt, die ihm schnell treu ergeben sind. Dabei ist ein fünfjähriges Mädchen die jüngste. Sie erhalten alle eigene kleine Hintergrundgeschichten, die sie sehr lebendig werden lässt. Ein Happy End gibt es am Ende jedoch für keinen von ihnen. Zwischen Mädchen und Jungen wird nicht unterschieden, jeder Kadett hat Leistung zu erbringen. Zeros größter Konkurrent um die Führerschaft der gesamten Truppe ist ein Mädchen.
Die Kinder, die in ihrer Gesamtanzahl ein bisschen wenig erscheinen, werden künstlich im Wachstum gesteigert, was ab der Hälfte des Romans dazu führt, dass mannigfaltig jugendliche Hormone die Kinder anstiften, sich gegenseitig zu befummeln. Dabei ist es schwierig dabeizubleiben, denn es sind noch immer Kinder, von denen hier erzählt wird und es kommt leider auch zu Vergewaltigungen.
Zeros Einheit ist die unterentwickelste, mit einem Kommandanten, der sie nicht richtig führt und ihnen nichts gönnt. Dennoch gelingt es den Kids, sich einen gewissen Ruf zu erarbeiten, vor allem Zero ist bekannt. Ohne es zu ahnen, schliddert er in eine Verschwörung und bald ist alles kein Spiel mehr.
Obwohl es unmöglich ist, den Roman lange zur Seite zu legen, kommen Anfang des letzten Drittels doch einige Längen ins Spiel, denn es ist zunächst nicht abzusehen, worauf das Geschehen hinauslaufen wird. Vermutlich war das der Autorin auch lange nicht klar, bis schließlich die Seitenvorgabe einen Wechsel bedingte. Bis dahin wird man als Leser, bis auf Kleinigkeiten, sehr gut unterhalten und bekommt auch einiges geboten. Die Erzählweise der Autorin bindet an jede Zeile und ist es, was den Interessierten bei der Stange hält. Ob Hardcore-SFler begeistert sein werden, kann ich schlecht beurteilen. Denn King hat mehrere Fremdelemente eingebaut, die dem Ganzen jedoch einen eigenen, besonderen Touch verleihen.
Es schadet auf jeden Fall nicht, mal in "Zero - Kadett der Sterne" hineinzuschauen. Wer dabeibleibt, wird mit einer spannend erzählten, aber auch einfühlsamen Geschichte belohnt, in der der Held sich in eine komplett fremde Situation einfinden und gegen vielfältige Widrigkeiten ankämpfen muss. Ihm gelingt nicht alles und auch nicht sofort, was sehr angenehm ist. Trotz des durchwachsenen Endes wäre eine baldige Übersetzung des Folgebandes sehr wünschenswert.


The Legend of ZERO:
0.5 The Moldy Dead
1. Forging Zero (Zero - Kadett der Sterne)
2. Zero Recall
3. Zero's Return
The Legend of ZERO: The Scientist, the Rat, and the Assassin


Sara King entdeckte bereits in der Highschool, dass ihre ganze Leidenschaft dem Schreiben gehört - und nichts anderes hat sie seitdem gemacht: In den USA hat sie sich bereits ein große Fangemeinde mit ihren Sience Fiction- und Fantasy-Romanen erschrieben. Wenn sie sich gerade keine neuen Geschichten ausdenkt, stürzt sie sich in die Wildnis vor ihrer Haustür, im Herzen Alaskas.

Freitag, 14. April 2017

(Neu) "Die Stadt der verbotenen Träume" von Emmi Itäranta

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2014, bei der Finnland das Gastland war, erschien neben einigen anderen großartigen Romanen auch "Der Geschmack von Wasser" der finnischen Autorin Emmi Itäranta. Die Autorin hat ihr Debüt sowohl in finnisch, als auch in englisch geschrieben und gewann 2011 damit einen von einem finnischen Verlag organisierten Wettbewerb für phantastische Literatur. Auch später hat sie noch diverse Preise eingeheimst und unterschiedliche Quellen berichten, dass ihr Roman in mindestens zwanzig verschiedenen Sprachen erschienen ist (Eine Coverliste gibt es HIER.). 

Auch das zweite Werk Itärantas, 2014 noch nicht einmal fertig geschrieben, wurde in mehrere Länder verkauft. Da dieser Roman nun beendet und im November 2016 in englisch erschienen ist, lag die Frage nahe, ob auch deutsche Leser in den Genuss dessen kommen würden. Leider gibt es an dieser Stelle keine guten Nachrichten vom dtv-Verlag: "Demnächst ist leider kein weiterer Titel des Autors bei uns geplant; "Der Geschmack von Wasser" ist vergriffen." (Mail vom Nov. 2016)

So ganz aus der deutschen Sprache wegzudenken ist die Autorin allerdings nicht; sie und ihr neuer Roman haben lediglich den (deutschen) Verlag gewechselt. Im September 2017 wird "Die Stadt der verbotenen Träume" (Kudottujen kujien kaupunki/ The Weaver) im Arctis Verlag (und mit Originalcover) erscheinen.

Eliana ist eine pflichtbewusste Weberin im prestigeträchtigen Haus der Spinnweben. Sie kann lesen und schreiben und sie kann träumen, eine Fähigkeit, die der »Rat« der Inselstadt strengstens untersagt. Niemand spricht über die Träumer, die in der Gesellschaft geächtet werden. Eines Tages wird ein junges Mädchen bewusstlos aufgefunden. Der einzige Hinweis auf ihre Identität ist ein Wort, das auf ihre Handfläche tätowiert wurde: Eliana. Als Eliana sich dem Geheimnis des Mädchens nähert, beginnt das Lügengebäude der Obrigkeit zu bröckeln.


Mehr zur finnischen Phantastik ist hier nachzulesen: (Frankfurter Buchmesse) Fantasyliteratur aus Finnland: Finnish Weird


Wer sich nun etwas näher mit der finnischen Phantastik befassen will - und gerade diese hat ihre ganz besonderen Eigenheiten! - sollte sich den August 2017 freihalten. Hier erscheint eine Anthologie, die von Emmi Itäranta herausgegeben und die ganz verschiedene Autoren beinhalten wird. "(...)all published in English for the first time.", heißt es dazu auf der Homepage der Autorin.

"Osuuskumma International is proud to present "Never Stop – Finnish Science Fiction and Fantasy Stories". The anthology is compiled by Emmi Itäranta and features gems in a wide range of genres, all published in English for the first time.
"These stories invite you to see a glimpse of new lights emerging in the vast sky of international speculative fiction. You may not have expected them, but once they have caught your eye, you will hopefully keep coming back for more."
– Emmi Itäranta, foreword
Never Stop will be published in Worldcon, in August 2017, until then—stay tuned!"



Dienstag, 11. April 2017

Das Tagebuch der Prinzessin Leia - Carrie Fisher

Titel: Das Tagebuch der Prinzessin Leia
Autorin: Carrie Fisher
Originaltitel: The Princess Diarist
ISBN: 978-3854456254
Euro: 19,99
Veröffentlichungsdatum: März 2017
Seiten: 240
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Meinung

Carrie Fisher, bekannt geworden durch ihre Rolle als Prinzessin Leia in "Star Wars", fand vor nicht allzu langer Zeit alte Tagebücher, die sie mit neunzehn Jahren während der Aufnahmen zu eben diesem Film geschrieben hat. Sie entschied, diese zu veröffentlichen. Ob das nötig war, darüber mag man streiten, die Antwort, warum sie es tat, gibt sie mit diesem Buch selbst. Nicht selten ereilt den Leser beim umblättern das Gefühl, die Autorin habe sich eine gewaltige Menge Frust vom Herzen geschrieben, der sie allerdings bis zuletzt nicht losgelassen hat. Obwohl sie sehr munter und unterhaltsam schreibt, weist sie doch auf diverse Missstände hin, die sich auch nach vielen Jahrzehnten nicht gebessert haben.
Das eigentliche "junge" Tagebuch ist mittig des Hardcovers zu finden, farblich hübsch abgesetzt. Eingeleitet wird "Das Tagebuch der Prinzessin Leia" jedoch zunächst mit einigen allgemeinen Informationen zu Elternhaus, Schulzeit und schließlich dem Cast zu "Star Wars". Unter einer frischen Feder fliegen die Seiten hier nur so vorbei. Die weltbekannte Frisur wurde einst von Fisher und ihrer Stylistin selbst ausgewählt, was ein gar nicht so einfacher Weg war; zunächst gab es Skizzen, dann wurden verschiedene Frisuren aus diversen historischen Epochen ausprobiert, bis schließlich beide zufrieden waren. Fisher, die immer mit sich und ihrem Körper haderte, beschreibt ihr Gesicht bis heute als mollig und da habe eben nicht jede Frisur "gesessen". Die Neunzehnjährige wurde übrigens vor Drehbeginn in ein Abnehmcamp geschickt, da man fand, sie sei für die Rolle zu dick. Aber da sich damals niemand mit den gesundheitlichen Folgen auseinandergesetzt hat, nahm sie nicht die gewünschten fünf Kilo ab, was allerdings niemand merkte. Dass sie auch in einer "normalen" Figur Eindruck machte, beweisen zahlreiche Poster, die noch heute gern aufgehängt werden.
Auf einer Party nach Drehschluss kam die junge Frau einst in eine missliche Lage, als zwei Arbeiter ihre angeheiterte Lage ausnutzen wollten. Niemand Geringerer als Harrison Ford rettet sie. Was an diesem Abend zwischen den beiden geschah, weitete sich zu einer mehrmonatigen Beziehung aus. Wirklich ins Detail geht Fisher nicht, aber die überschaubaren Seiten des "jungen" Tagebuchs sprechen für sich. Ein wenig pubertär und sicherlich auch naiv schildert eine hochintelligente Frau ihre Beobachtungen - und hinsehen hat sie gelernt. Es gibt dort einige Zeilen, so kurz sie sind, so extrem treffend sind sie auf den Punkt gebracht. Fisher hat sich schon früh mit sich und ihrer Umwelt stark auseinandergesetzt und sich und andere stets hinterfragt.
Später folgen wieder einige vergnügliche Erzählungen. Aber auch hier wird deutlich, dass, hätte die Autorin eine Wahl gehabt, sie sich vielem sicher nicht ausgesetzt hätte und ganz bestimmt nicht in dieser Art und Weise. Die Schauspieler haben nämlich am wenigsten von "Star Wars" gehabt, auch wenn die Filme ohne sie nicht einmal annähernd so berühmt geworden wären. An Dinge wie Merchandising hat damals nie jemand gedacht und so wurde keiner an den Rechten dazu beteiligt. Nur mit Auftritten oder gemeinsamen Fotos mit Fans oder eben Büchern verdienten sie etwas.
Am meisten gehadert hat Fisher mit der Szene im Metallbikini, die sie natürlich trotzdem gespielt hat. Am Ende des Buches, im Kapitel "Die Sensation neben mir" besucht Fisher zusammen mit ihrem geliebten Hund Gary das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, in der Leia ausgestellt wird. Trotz der vielen Dinge, die auch dieser Charakter im Film getan hat, immerhin auch eine der ersten Rollen, in der eine Frau wirklich zugepackt und etwas verändert hat, ist nur eines geblieben: Leia im Metallbikini, einer Leine um den Hals und hinter sich Jabba, ihren Sklavenhalter. Also auch nicht die wehrhafte Leia, die eben diesen Jabba später mit eigener Hand tötet und sich selbst aus dieser misslichen Lage befreit - ebenfalls in dem sehr knappen Metallbikini.
Ihre Angst, nur als Prinzessin Leia, auf den Punkt gebracht mit dieser einzigen Szene, im Gedächtnis der Leute zu bleiben, schwingt zwischen den Zeilen mit. Bereits im Februar 2016 für das Release im November 2016 geschrieben, ahnte Fisher sicher nicht, dass sie kurz nach Weihnachten desselben Jahres versterben würde. Ein kurzes, aber sehr intensives Leben ging zuende.

"Das Tagebuch der Prinzessin Leia" ist mehrheitlich heiter geschrieben, für Fans ohnehin unerlässlich, blickt aber auch mit scharfem Blick hinter die Kulissen. Wer es nur wegen der Affäre mit Harrison Ford anschafft, wird ein wenig enttäuscht sein, wirklicher Mehrwert wird diesbezüglich nicht geboten. Wer das Buch liest, sollte es wegen Carrie Fisher lesen, ihrer guten Beobachtungsgabe und ihrem scharfen Blick unter die Oberfläche. Mehrere Fotos von Leia wie Carrie sind Highlight des äußerlich wie innerlich gelungenen Buches.


Die US-amerikanische Schauspielerin Carrie Fisher (21. Oktober 1956 - 27. Dezember 2016) wurde durch ihre Rolle der Prinzessin Leia in der Star Wars-Saga berühmt. Neben zahlreichen angesehenen Filmen wie Blues Brothers, 3 Engel für Charlie - Volle Power oder Harry und Sally machte sie sich auch als Autorin einen Namen. Die sympathische Frau wurde nicht nur vom Publikum gefeiert, sondern auch von Kollegen verehrt. Ihr plötzlicher Tod löste weltweite Trauerbekundungen aus.