Samstag, 9. September 2017

(Autorenplausch) Heike Stöhr: Die Fallstricke des Teufels

Titel: Die Fallstricke des Teufels
Autor: Heike Stöhr
Originaltitel, 512 Seiten
ISBN: 978-3423261593
Euro: 16,90














„Die Fallstricke des Teufels“ ist mein erstes Buch. Von Kindheit an war ich fasziniert von Geschichte und Geschichten. Irgendwie folgerichtig studierte ich daher Geschichte und Germanistik in Leipzig und wurde Lehrerin. Meine Diplomarbeit zur sächsischen Geschichte führte mich damals ins Pirnaer Stadtarchiv und damit auch schon indirekt auf die Spur meines Debütromans.

Hier zunächst die historisch belegbaren Fakten:
Vermutlich im Sommer 1542 bekommt Martin Luther einen Brief aus Pirna. Superintendent Anton Lauterbach ist tief erschüttert über Ereignisse in seiner Gemeinde und sucht bei seinem Mentor Luther Rat und Trost. Leider blieb dieser Brief nicht erhalten, dafür existiert Luthers Antwortschreiben an Lauterbach noch.

Aus Luthers Brief vom 25. Juli 1542 geht hervor, dass sich drei Mitglieder aus Lauterbachs Gemeinde unter äußerst merkwürdigen Umständen erhängt haben. Luther und Lauterbach waren der Meinung, dass diese Ereignisse der Teufel persönlich bewerkstelligt haben müsse. Schließlich sei es unmöglich, dass man sich sitzend, stehend oder an einem locker eingeschlagenen Pfahl erwürgen könne. Am Rand seines Antwortschreibens notiert Luther noch: „Hans Franck hat sich stehend an ein Strohseil an ein klein Holz, welches nicht über einen quer Finger in der Mauer stak, erhängt.“

Soweit die Fakten, die allerdings jede Menge Fragen aufwerfen:
Selbstmord galt vor 450 Jahren immerhin als schwere Sünde. Und dann gleich drei Selbstmorde in einem halben Jahr in einer Stadt mit 3000 Einwohnern? Und alle wurden durch Erhängen unter eigenartigen Umständen begangen?
Wie Luther und Lauterbach konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich jemand auf so eigenartige Weise selbst erhängen würde. Im Gegensatz zu den beiden Reformatoren glaubte ich jedoch, hierbei müsse es sich um Mord handeln. Nur sind Glauben und Wissen bekanntlich nicht dasselbe, weshalb ich beschloss, einen Spezialisten zu fragen. Jemand, der sich hauptberuflich mit mehr oder weniger rätselhaften Todesfällen beschäftigt, würde mir doch sicher sagen können, ob ich mit meiner Vermutung richtig lag.

Also telefonierte ich mit dem (laut Radio eins) berühmtesten Kriminalbiologen der Welt - mit Dr. Mark Benecke. Er bedachte die dürftigen Fakten und meinte, es sei sehr wohl möglich, sich auf die beschriebene Weise zu erhängen. Allerdings wäre auch noch anderes denkbar: ein Unfall bei Würgespielen vielleicht oder auch mit autoerotischem Hintergrund. Oder aber, der „Unfall“ könne die Folge einer Folterung gewesen sein.
Trieb damals also womöglich jemand in Pirna ein teuflisches Spiel? Aber wer? Und worum könnte es dabei gegangen sein? Was wollte er dadurch vielleicht gewinnen?

Das Objekt der Begierde in meinem Roman ist ein geheimnisvolles Buch. Sophia, die Heldin, findet es im Kontor ihres Vaters, eines Kaufmanns. Die Schriftzeichen in dem Buch entziehen sich ihrem Verständnis, aber die faszinierenden, geheimnisvollen Illustrationen regen ihre Fantasie an. Sophia, die als Kind ihre Mutter und ihren kleinen Bruder an die Pest verlor, kennt bald nur noch ein Ziel: Sie will das seltsame Buch entschlüsseln, das sie einst im Kontor des Vaters fand, denn darin hofft sie ein Heilmittel gegen den Schwarzen Tod zu finden. Die Entschlüsselung des Buches wird für sie zu einer Obsession.

Aber sie ahnt nicht, dass es in Pirna jemanden gibt, der auf der Suche nach diesem Buch ist, das er als sein rechtmäßiges Erbe betrachtet. Dieser Mann ist bereit, wirklich alles zu tun um in dessen Besitz zu gelangen, denn er glaubt, es enthalte ein Rezept für ewiges Leben.

Vorbild für das mysteriöse Buch in meinem Roman ist das sogenannte Voynich – Manuskript, eines der rätselhaftesten Bücher aller Zeiten.
Das Manuskript aus dem 15.Jahrhundert wurde in einer Schrift verfasst, für die es bis heute kein Äquivalent gibt. Die zahlreichen Illustrationen tragen ebenfalls kaum zum Verständnis des Inhaltes bei, obwohl sie dem Auge des Betrachters auf den ersten Blick vertraut erscheinen. Dennoch gibt es für die Pflanzenbildnisse keine Entsprechungen in der realen Welt, und die dargestellten Szenen ergeben für uns keinen Sinn. Die Theorie, das Buch könne eine fantastische Fälschung vom Beginn des 20.Jahrhunderts sein, wurde inzwischen mit Hilfe der Radiokarbonmethode widerlegt. Doch darüber hinaus entzieht sich das Voynich–Manuskript noch heute sämtlichen Methoden moderner Entschlüsselungsversuche!

Wer mehr erfahren möchte, kann sich auch auf meiner website: http://www.buecherskorpion.eu umsehen.

Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich interessant an!! Kommt gleich auf meine Wunschliste!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ja, das dachte ich auch gleich! Schade, dass mir momentan die Zeit fehlt ... aber zukünftig nicht ausgeschlossen :)

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